Wanderer der ewigen Dünen - Dark Sun 4E-Kampagne

Sonne über Tyr

Templer Atikes schritt gemächlich über den warmen Sandsteinboden des Großen Forums von Tyr. Die karmesinrote Sonne von Athas brannte wie jeden Tag unerbittlich auf die Stadt und das Land nieder, aber Antikes spürte, dass etwas anders war als sonst. Der Himmel hatte die Farbe von ungeschliffenem Türkis, rauh und schimmernd, durchzogen von weißen Schlieren. Atikes strich gedankenversunken über das Amulett um seinen Hals. Das Zeichen König Kalaks, seines Herrn. Die Geißel von Tyr, von vielen für größenwahnsinnnig gehalten. Aber letzlich verstand niemand, was im Geiste des Hexerkönigs vor sich ging. Auch Atikes war nur ein kleiner Handlanger des großen Königs und auch er führte nur Befehle aus. Als Gegenleistung dafür erhielt er Macht. Die Erlaubnis, arkane Magie wirken zu dürfen, ein kleines Haus in einem der sichereren Viertel der Stadt und eine handvoll arbeitstüchtiger Sklaven.
In Atikes Geist entstand eine ketzerische Idee, ein undenkbarer Widerspruch, ein Frevel, den auszusprechen ihm binnen weniger Stunden das Leben kosten würde.

Trotz der unerbittlichen Hitze fröstelnd, wandte sich Atikes von diesem Gedanken ab und blickte empor zu den Stufen der vielfarbigen Pyramide. König Kalak hatte ihren Bau befohlen und täglich arbeiteten hunderte Sklaven an ihrer Fertigstellung. Was der Hexerkönig mit dem Bauwerk bezweckt? Niemand wusste es, nicht einmal die Templer der Inneren Kammer, die engsten Vertrauten des Hexerkönigs. Errichtete Kalak seine eigene Grabstätte? Für einen unsterblichen Herrscher machte das wenig Sinn. Aber für eine reine Demonstration seiner Überlegenheit und Großartigkeit wäre der Aufwand doch etwas zu groß gewesen. Jahre hatte die Konstruktion der Pyramide bereits angedauert und jetzt fehlten nur noch wenige Steinblöcke. Die Vorbereitungen für das große Fest der Fertigstellung hatten bereits begonnen. Atikes Aufgabe war es, Gladiatoren für das Turnier zu Ehren des Festtages heranzuschaffen. Man wollte der Bevölkerung etwas bieten. Ihre Loyalität zum König verbessern.

Atikes setzte sich auf eine Steinbank im Schatten eines Torbogens. Die Gravuren auf dem Bogen zeugten von Kalaks großen Taten. Jahrhunderten der erbarmungslosen Herrschaft. Er war schon immer da und wird es für immer sein. Die Macht der Hexerkönige ist unbeugsam, ihr Leben ewig, ihr Machthunger unersättlich. So war es, so wird es immer sein…

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Citan

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