Wanderer der ewigen Dünen - Dark Sun 4E-Kampagne

Träume von Freiheit

Nachdem die Charaktere mit Hilfe der Gladiatorin Nissan durch die gefahrvollen Ruinen Unter-Tyrs der Sklaverei entkommen sind, suchten sie Kontakt zu Nissans Verbündeten im Elendsviertel der Stadt. Im Schatten der Nacht suchten sie das Bordell “Wüstenrose” auf, um Avi, den Führer einer Gruppe von Freiheitskämpfern, zu treffen.
Dass ihre Flucht nicht unbemerkt geblieben war, musste die Gruppe schmerzlich erfahren, als sie in Avis Auftrag am nächsten morgen der grauenvollen Hinrichtung Nissans vor den Augen der eingeschüchterten Stadtbevölkerung beiwohnten. Ein kleiner spontaner Aufstand wurde von den Templern und ihren Gardisten brutal niedergeschlagen, allein die Ankündigung des Hochtemplers Tithian blieb: Zu Ehren der Fertigstellung des Ziggurats in 33 Tagen werde König Kalak ein großes Fest mit Brot und Spielen zu Ehren seiner Regentschaft abhalten: Den Tag des Königs.

In der ganzen Stadt sorgte diese Ankündigung für Aufruhr und Sorge: Was plant Kalak mit dem Ziggurat? Ist es lediglich ein verschwenderisches Zeichen seines Wohlstandes oder ist es tatsächlich ein gigantischer Fokus für arkane Schänder-Zauberei? Dies jedenfalls vermutet Etheros, ein Mitglied der Verschleierten Allianz. Feldar, den die Charaktere im Sklavenpferch gerettet und versteckt hatten, stellte in Etheros’ Namen Kontakt zur Allianz her. Ihr Ziel, die Fertigstellung des Ziggurats zu verhindern, sorgt auch auf Seiten der Allianz für großes Interesse an der mysteriösen Karawane, von der bereits Avi der Gruppe berichtete. Die verschollene Karawane sei das letzte Mal auf dem Weg in die Händlerstadt Cadish gesehen worden zu sein und sie scheint etwas zu befördern, dessen Verschwinden für große Unruhe unter Kalaks engsten Vertrauten sorgt.

Wenn auch mit unterschiedlichen Methoden und aufgrund unterschiedlicher Motive, viele Bewohner Tyrs scheinen von Freiheit zu träumen. Und sie scheinen bereit, große Opfer zu bringen, um ihre Ziele zu erreichen.

Die Gruppe entschied sich schlußendlich dazu, sich zunächst nicht festzulegen, für wen genau sie die Suche nach der verschollenen Karawane antreten. Unter der Führung des Daroqa Rikal begaben sich die Abenteurer in die Weiten der Tafellande. Doch ihre Reise wurde zu einer unerwarteten Todesfalle, als ihr Führer Rikal den giftigen Saft des Galuk-Kaktus dazu nutzte, die Gruppe ohne Wasser und Waffen inmitten des ausgetrockneten Roten Flusses zurückzulassen…

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Ganz unten...

Nach ihrer Gefangenschaft landen die Charaktere in den Sklavengruben von Tyr, um am Bau des großen Ziggurats des Hexerkönigs Kalak zu arbeiten. Die unmenschlichen und lebensfeindlichen Bedingungen auf der Baustelle, aber auch die gnandenlose Willkür der Wächter und Templer sorgen dafür, dass viele Sklaven zu Tode kommen und sich der Sand zu Fuße des Ziggurats rot färbt. Nach kräftezehrenden Tagen und einigen unvorhersehbaren Vorfällen (wie einer mysteriösen Explosion in der Nacht und dem Auftauchen eines verletzten Zauberkundigen im Sklavenlager) werden die Charaktere vom Gladiatorenmeister Merwak auserwählt, um einen Übungskampf zu absolvieren. Im Lager der Sklaven machen indes Gerüchte über einen Aufstand die Runde und auch die Gladiatorin Nissan flüstert von Freiheit…

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Sonne über Tyr

Templer Atikes schritt gemächlich über den warmen Sandsteinboden des Großen Forums von Tyr. Die karmesinrote Sonne von Athas brannte wie jeden Tag unerbittlich auf die Stadt und das Land nieder, aber Antikes spürte, dass etwas anders war als sonst. Der Himmel hatte die Farbe von ungeschliffenem Türkis, rauh und schimmernd, durchzogen von weißen Schlieren. Atikes strich gedankenversunken über das Amulett um seinen Hals. Das Zeichen König Kalaks, seines Herrn. Die Geißel von Tyr, von vielen für größenwahnsinnnig gehalten. Aber letzlich verstand niemand, was im Geiste des Hexerkönigs vor sich ging. Auch Atikes war nur ein kleiner Handlanger des großen Königs und auch er führte nur Befehle aus. Als Gegenleistung dafür erhielt er Macht. Die Erlaubnis, arkane Magie wirken zu dürfen, ein kleines Haus in einem der sichereren Viertel der Stadt und eine handvoll arbeitstüchtiger Sklaven.
In Atikes Geist entstand eine ketzerische Idee, ein undenkbarer Widerspruch, ein Frevel, den auszusprechen ihm binnen weniger Stunden das Leben kosten würde.

Trotz der unerbittlichen Hitze fröstelnd, wandte sich Atikes von diesem Gedanken ab und blickte empor zu den Stufen der vielfarbigen Pyramide. König Kalak hatte ihren Bau befohlen und täglich arbeiteten hunderte Sklaven an ihrer Fertigstellung. Was der Hexerkönig mit dem Bauwerk bezweckt? Niemand wusste es, nicht einmal die Templer der Inneren Kammer, die engsten Vertrauten des Hexerkönigs. Errichtete Kalak seine eigene Grabstätte? Für einen unsterblichen Herrscher machte das wenig Sinn. Aber für eine reine Demonstration seiner Überlegenheit und Großartigkeit wäre der Aufwand doch etwas zu groß gewesen. Jahre hatte die Konstruktion der Pyramide bereits angedauert und jetzt fehlten nur noch wenige Steinblöcke. Die Vorbereitungen für das große Fest der Fertigstellung hatten bereits begonnen. Atikes Aufgabe war es, Gladiatoren für das Turnier zu Ehren des Festtages heranzuschaffen. Man wollte der Bevölkerung etwas bieten. Ihre Loyalität zum König verbessern.

Atikes setzte sich auf eine Steinbank im Schatten eines Torbogens. Die Gravuren auf dem Bogen zeugten von Kalaks großen Taten. Jahrhunderten der erbarmungslosen Herrschaft. Er war schon immer da und wird es für immer sein. Die Macht der Hexerkönige ist unbeugsam, ihr Leben ewig, ihr Machthunger unersättlich. So war es, so wird es immer sein…

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